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.:: Was ist das EuroBioBank Netzwerk?
Das EuroBioBank Netzwerk ist das erste, funktionierende Netzwerk
von Biobanken in Europa, das humane DNA, Zellen und Gewebeproben
zur Verfügung stellt im Sinne einer Serviceleistung für
die Wissenschaftler die seltene Erkrankungen erforschen. Es
ist das einzige Netzwerk in Europa, das sich spezifisch den seltenen
Erkrankungen widmet.
- Insgesamt 170.000 Proben (Biomaterialien) sind erhältlich
über den Internet-basierten Katalog 145 Sammlungen von Zellen,
544 Sammlungen von DNA and 282 Sammlungen von Gewebeproben.
- Das Netzwerk besteht derzeit aus 15 Mitgliedern aus 7 Europäischen
Ländern (Frankreich, Deutschland, Ungarn, Italien, Malta, Slowenien
und Spanien): 11 Biobanken unter akademischer oder privater Trägerschaft,
2 IT Firmen, 1 Experte zum Management von Biobanken und Eurordis
(Europäische Organisation für Seltene Erkrankungen) das
das Netzwerk initiierte und auch weiter koordiniert.
- Ursprünglich finanziert durch die Europäische Kommission
zwischen 2003-2006 (siehe Geschichte), hat EuroBioBank kürzlich
Fördermittel erhalten durch gezielte Zuwendungen der AFM (Französische
Muskeldystrophiegesellschaft) und der DGM (Deutsche Gesellschaft
für Muskelkranke e.V.) und durch Mitgliedsbeiträge. Seit
Januar 2007, nimmt das Netzwerk teil an einem Europäischen
Exzellenznetzwerk mit dem Namen TREAT-NMD (6. Rahmenprogramm). Dabei
übernimmt Eurordis die Führungsrolle des Kapitels "Entwicklung
und Management von Übernationalen Biobanken" (WP04.1:"Develop
and Manage Supranational BioBanks"). In dieser Funktion erhält
EuroBioBank Fördermittel der EC für mehrere Aktivitäten,
einschließlich der Koordination des Netzwerks und Aufrechterhaltung
der Internetseite, während die einzelnen Biobanken des Netzwerks
weiterhin durch eigene nationale Institutionen oder gemeinnützige
Fördereinrichtungen finanziert werden.

.:: Aufgabe von EuroBioBank
Seltene Erkrankungen haben verheerende Auswirkungen
und Patienten mit seltenen Erkrankungen benötigen dringend
Behandlung und verbesserte Versorgung. Durch das Erzeugen einer
kritischen Masse von Biomaterialsammlungen und durch die Förderung
des Austauschs von Biomaterialien hilft das EuroBioBank Netzwerk
den Fortschritt der Forschung für diese Erkrankungen zu beschleunigen.
Proben (Biomaterialien) werden nur für ausgewählte Forschungsprojekte
weitergegeben, die Ergebnisse dieser Projekte werden normalerweise
in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht und werden
auf der EuroBioBank Internetseite aufgelistet (siehe Veröffentlichungen)

.:: Ziele von EuroBioBank
· Identifizierung und Lokalisierung von Biomaterialien mit
Relevanz für die Forschung
· Aufbau einer kritischen Masse von Biomaterialsammlungen
für seltene Erkrankungen
· Weitergabe von qualitativ hochwertigen Biomaterialien und
assoziierten Daten an die Nutzer
· Förderung von Qualitätsstandards für Biobanken
· Die Verbreitung von Know-how und guter Praxis in der wissenschaftlichen
Gemeinschaft, vor allem durch Trainingsprogramme und Informationsaktionen.
· Förderung von Kollaborationen der medizinisch-wissenschaftlichen
Gemeinschaft und Anregung von Forschungsaktivitäten auf dem
Gebiet der seltenen Erkrankungen.

.:: Katalog der Biomaterialien
Das Netzwerk wurde von Patienten und Wissenschaftlern
etabliert, um die Forschung an seltenen Erkrankungen dadurch zu
fördern dass ein schneller und einfacher Zugang zu Biomaterialien
durch einen Internet-basierten Katalog ermöglicht wird.
Der Katalog enthält die Biomaterialsammlungen, die über
das EuroBioBank Netzwerk erhältlich sind. Um eine benötigte
biologische Probe zu finden, kann eine Suchmaschine mit mehreren
Suchkriterien eingesetzt werden. Biomaterialien (Proben) können
ausgewählt werden nach Art der Erkrankung (Name, ICD oder MIM
Nummer), Art des Biomaterials (DNA, Gewebe oder Zellen) oder nach
Art der Biobank.
Sobald die benötigte Probe im Katalog aufgefunden wurde, kann
eine elektronische Anfrage direkt an die entsprechende Biobank gesendet
werden, indem einfach auf die e-mail Adresse der Biobank geklickt
wird, die direkt neben der Probe aufgeführt ist. Durch diesen
Prozess wird der Austausch von Biomaterialien beschleunigt und damit
auch die Erforschung seltener Erkrankungen verbessert.
Wenn eine Probe nicht im EuroBioBank Katalog aufzufinden ist, wird
weitere Unterstützung bei der Suche gewährt über:
contact@eurobiobank.org

.:: Ethik von EuroBioBank
Das EuroBioBank Netzwerk und unabhängige Experten haben sich
mit den ethischen Fragen in Bezug auf Biobanken beschäftigt
und mehrere Dokumente entwickelt, die über diese website erhältlich
sind:
- Einverständniserklärung (Informed Consent form)
- Vereinbarung zur Weitergabe von Biomaterialien (Material Transfer
Agreement form)
- Ethische Richtlinien für Biobanken (Ethical Guidelines for
Biobanks)
- EuroBioBank Netzwerk Satzung (EuroBioBank network charter)
.:: Geschichte
Das EuroBioBank Netzwerk wurde 2001 durch 2 Patientenorganisationen
etabliert: Die Französische Muskeldystrophiegesellschaft (AFM)
and und die Europäische Vereinigung für Seltene Erkrankungen
(Eurordis), die seither das Netzwerk auch koordiniert.
Kontext:
Die Idee eines Netzwerks der europäischen Biobanken entstand
im Kontext der folgenden miteinander in Beziehung stehenden Aspekte:
- Brieflich bekundeten immer wieder Familien und Patienten, die
von seltenen Erkrankungen betroffen waren, spontan ihr Interesse,
zur Erforschung ihrer Erkrankung beizutragen, indem sie anboten
Blutproben oder anderes biologisches Material zur Verfügung
zu stellen.
- Wissenschaftliche Veröffentlichungen zu seltenen Erkrankungen
unterstrichen die Schwierigkeiten biologisches Material von "informativen"
Familien zu finden, ein Prozess, der bis zu 10 Jahre dauern kann
und Forschungsprojekte entsprechend verzögert.
- Die Notwendigkeit, eine Verschwendung oder den Verlust dieser
wertvollen Materialien zu vermeiden, insbesondere wenn Forschungsaktivitäten
beendet werden (durch Ausscheiden oder einen Interessenwandel forschender
Personen).
- Die Intensivierung der Genomforschung und die damit gestiegene
Hoffnung von Patienten auf bessere Diagnose- und Therapiemöglichkeiten.
- Die Gründung von Genethon und der BTR (Tissue Bank for Research)
Biobanken durch die französischen Muskel-Dystrophie-Gesellschaft
(AFM) und die Entstehung von Netzwerken mit anderen französischen
und europäischen Banken.
Chancen durch das EC-geförderte Projekt:
Eine Gelegenheit zur Netzwerkinitiative bot das 5. Rahmenprogramm
der EU (Fifth Framework Programme for Research and Development)
mit dem Titel "Quality of Life and Management of Living Resources"
1998-2002. Ein Projektantrag wurde gestellt unter Kapitel 14.1 "Support
for Research Infrastructures", der positive beurteilt und zu
Vertragsverhandlungen zugelassen wurde. Dieser Vertrag wurde am
11. Dezember 2002 mit der Projektziffer N° QLRI-CT-2002-02769
unterzeichnet. Ein Gesamtbudget von 1 220 000 Euros wurde von der
Europäischen Kommission für 36 Monate, beginnend am 1.
Januar 2003 bis zum 31. Dezember 2005, gewährt. Die Projektdauer
wurde später um weitere 3 Monate bis 31. März 2006 verlängert.
Erfolge und Errungenschaften des EuroBioBank Projekts (2003-2006):
16 Gründungsmitglieder aus 8 EU Staaten
12 Biobanken
2 IT Firmen
1 Biotechnologiefirma
8 Arbeitspakete (Work Packages)
1 EuroBioBank Netzwerk Satzung
1 standardisierte EuroBioBank Vereinbarung zur Weitergabe von Biomaterialien
(Material Transfer Agreement form)
1 standardisierte EuroBioBank Einverständniserklärung
(Informed Consent form)
2,000 Kopien der Schrift "Outstanding Legal and Ethical Issues
on Biobanks"
1 EuroBioBank Internetseite www.eurobiobank.org
1 Internet-basierter Katalog mit 971 Biomaterialsammlungen
170,000 Proben erhältlich am Ende des Projekts
64,000 Proben gesammelt während der Projektphase
19,000 Proben weitergegeben während der Projektphase
100 Arbeitsgruppen haben technische Unterstützung von EuroBioBank
angefordert
30 standardisierte Arbeitsvorschriften (Standard Operating Procedures;SOPs)
wurden durch das Netzwerk entwickelt
63 Publikationen resultieren aus der Forschung, die mit Proben des
Netzwerks durchgeführt wurde
41 Publikationen führen EuroBioBank in der Danksagung (acknowledgement)
13 Kurse in Zellkultur- und DNA-Technikern wurden durchgeführt
8 Posterpräsentationen bei internationalen Konferenzen
5 orale Präsentationen bei internationalen Konferenzen
3,800 Kopien der 2 EuroBioBank Broschüren (für Laien und
für Wissenschaftler)
.:: Eintritt in ein neues Zeitalter: Errungenschaften
und zukünftige Herausforderungen
Errungenschaften:
Das EuroBioBank Netzwerk hat nun ein neues Zeitalter betreten. Als
2001 die 12 Biobanken von EuroBioBank sich zusammenschlossen um
ein strukturiertes EU Netzwerk zu bilden, das der Wissenschaft ein
wichtiges Werkzeug zur Entwicklung neuer Therapien an die Hand geben
sollt, nämlich Biomaterialien von hoher Qualität, waren
ihnen bereits die Herausforderungen bekannt die mit der Schaffung
und dem Betrieb einer solchen Struktur verbunden sein würden.
Interessanterweise wurden all diese Schwierigkeiten in ähnlicher
Weise durch die IPTS/ESTO Gruppe identifiziert, die eine Technikfolgenabschätzung
von Januar bis Juni 2006 zu "Biobanken in der EU: Aussichten
für Koordination und Netzwerke" ("Biobanks in EU:
prospects for coordination and networking") durchführte.
Die Errungenschaften, auf deren Erreichen EuroBioBank stolz ist,
sind schwerwiegend und wurden offiziell durch Europäische Institutionen
anerkannt (Newropeans Gruppe und IPTS/ESTO Gruppe). Letztere bezeichnet
EuroBioBank als ein Modell für die Koordination und Integration
von Biomaterialbanken (Biological Resources Centres, BCR) da die
Verwendung von humanem Biomaterial verbessert und optimiert wurde.
Dies ist Teil der Empfehlungen zu Strategien für Biobanken
die an die Europäische Kommission weitergeleitet wurde. Heutzutage
möchte das EuroBioBank Netzwerk die Erfahrung und das Wissen
teilen, das in mehr als 3 Jahren erworben wurde.
Zukünftige Herausforderungen:
Obwohl das EuroBioBank Netzwerk große Fortschritte gemacht
hat und alle Ziele erreicht hat, die im 5. Rahmenprogramm formuliert
wurden, wurden weitere Herausforderungen erkannt, die angegangen
werden müssen:
- Erhöhung der Vielfalt von Biomaterialien seltener Erkrankungen
innerhalb des Netzwerks
- Etablierung neuer Partnerschaften mit Netzwerken von Wissenschaftlern,
Ärzten und Patientenorganisationen spezifisch für einzelne
seltene Erkrankungen
- Geographische Erweiterung des Netzwerks
- Implementierung neuer Biuobank-Techniken und -Dienstleistungen
für die Wissenschaft
- Entwicklung und Implementierung einer breit angelegten Informationsstrategie
- Förderung des Biobanken-Prinzips als unverzichtbaren Teil
der wissenschaftlichen Wertschöpfungskette
- Entwicklung einer Strategie für den langfristigen Erhalt
des Netzwerks

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